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Evangelisches Kreuzgymnasium

Allgemein

Brief der Schulpfarrerin – 14. Mai 2020 – Du siehst mich

19.03.2020

Brief der Schulpfarrerin vom 14. Mai 2020 – Du siehst mich

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern, liebes Kollegium und liebe Mitarbeitende,

Du siehst mich“. Wer das sagen kann von Mama oder Papa, in einer Ehe, Lebensgemeinschaft und Familie, von den Freundinnen und Freunden oder im Team, hat es gut.

Ursprünglich steht dieser Satz in einem Gebet zu Gott: „Du siehst mich“*. Das bedeutet: bei dir bin ich gut aufgehoben, mit meinen Stärken und Schwächen, Plänen und Fragen, ich muss mich nicht verstellen, denn Du sorgst für mich.

Dieser Satz ist mir wieder eingefallen, als ich in der Schule die vertrauten Gesichter mit Mund- und Nasenschutz bedeckt sah, mit der „Maske“. Es ist dann gar nicht so leicht, einander gut zu sehen. Was mir auffällt sind die Augen, die Lachfältchen, der Blick eines Gegenübers – all das nehme ich intensiver wahr.

Die unterschiedlichen, bunten Masken werden nicht getragen, um für sich selbst, sondern um für andere Rücksichtnahme zu zeigen. Große Nähe soll weiter vermieden werden. Auch wenn vieles am Ende dieser Woche wieder möglich wird, werden wir weiter vorsichtig sein und genau hinschauen müssen, wessen Augen uns da freundlich ansehen…

Damit bekommt „eine Maske tragen“ ein ganz neues „Image“. Eigentlich verwenden wir es sonst in einem negativen Sinne. Wir sagen, dass ein Mensch sich hinter einer Maske verbirgt, um anderen etwas vorzuspielen oder die wahren Gefühle nicht zu zeigen aus Angst, Ärger oder Unsicherheit.

Aber wie kann es trotzdem gelingen, einander gut in den Blick zu nehmen?

Eine Idee, die ich richtig gut finde, ist die „Tandem“ – Idee von Schüler für Schüler. Eine andere Möglichkeit ist es, die „Maske abzunehmen“ im übertragenen Sinne und als Lehrer*innen oder als Schüler*innen den anderen eine Rückmeldung zu geben. Also voneinander und aufeinander zu hören. Das hilft, mit den Veränderungen im Schulalltag, die uns in unterschiedlicher Form noch eine Weile erhalten bleiben werden, ehrlich umzugehen. „Du siehst mich“, das gilt genauso von Mensch zu Mensch – mit Gottes Hilfe.

Bleibt und bleiben Sie behütet und gesund.

Eure und Ihre Schulpfarrerin Beate Damm

* „Du bist ein Gott, der mich sieht“ (1.Mose 16,13, Lutherbibel 2017)

 

Brief der Schulpfarrerin vom 7. Mai 2020 – (S)ein blaues Wunder erleben

 

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern, liebes Kollegium und liebe Mitarbeitende,

„(S)ein blaues Wunder erleben“, das ist eine Redewendung, die wir meist dann hören, wenn es um außergewöhnliche und unangenehme Erfahrungen geht. Die Brücke „Blaues Wunder“ ist im Stadtbild und als Schul- und Arbeitsweg für uns alltäglich. Die Schülerinnen und Schüler des Abitur- und des 11. Jahrgangs nutzen die Verbindung vom anderen Elbufer wieder, um zur Schule zu kommen oder sehen sie von weitem auf dem Elberadweg.

Eine Brücke ist ein schönes Bild für die Verbindung zwischen uns Menschen. In den vergangenen Wochen haben wir festgestellt, wie sehr wir die anderen vermissen ( wie viele Jahrgänge immer noch fehlen…) und was alles „ins Wasser gefallen“ ist, das doch wichtig und tragend für unsere Schule ist. Andererseits blieben wir über Video, Anrufe und durch das gemeinsame Arbeiten, Hoffen und Anteilnehmen miteinander verbunden.

Aber wie ist es eigentlich in solchen herausfordernden Zeiten mit der Verbindung zu uns selbst? Wir konnten feststellen, was uns trägt und gut für uns ist, ohne dass wir unterwegs, beim Sport und im Theater sein konnten. Zeit selbst zu planen und zu füllen braucht ein inneres Empfinden für das, worauf wir nicht verzichten können, wenn das scheinbar Unverzichtbare geschlossen ist.

Die Erfahrungen der Menschen miteinander und mit Gott, die in der Bibel aufgeschrieben sind, nehmen noch eine dritte Verbindung auf. Es geht darum, mehr zu sehen, als wir selbst schaffen und beeinflussen können, Umwelt und Mitmenschen ernst zu nehmen und dankbar für das Leben zu sein, das wir uns nicht selbst gegeben haben und das von uns mehr fordert, als nur für uns selbst zu sorgen.

Alle drei Verbindungen, die Brücke zu anderen Menschen, zu mir und zu Gott, gehören für mich zusammen. Das ist gemeint, wenn es heißt, das wichtigste Gebot sei es, Gott zu vertrauen und den Mitmenschen wie sich selbst zu lieben (nach Markus 12, 29-31).

Jeder Mensch läuft diese Verbindungswege anders, manchmal scheinen sie versperrt oder anstrengend zu sein. Aber ohne (diese) Verbindungen fehlt unserem Alltag die Möglichkeit Neues zu entdecken oder an Gewohntem anzuknüpfen.

Bleibt und bleiben Sie beim Testen der Verbindungen behütet und gesund.

Eure und Ihre Schulpfarrerin Beate Damm

beate.damm@mail.kreuzgymnasium.de

 

 

Brief der Schulpfarrerin, 30. April 2020

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern, liebes Kollegium und liebe Mitarbeitende,

Es zieht uns nach draußen. Natürlich an die Elbwiesen, auf den Balkon oder in den Garten, einfach ins Freie und in die Frühlingsluft. Nach Temperatur und (geplanter) Wegstrecke werden dafür die Schuhe ausgewählt. Die leichten und sportlichen Modelle, die unpraktischen aber modischen oder die mit der dicken Sohle für Wanderungen in schwierigem Gelände.

Die meisten von uns sind gut ausgestattet, um auf wirklich jedem Weg gut voranzukommen.

In diesen Tagen ist vor allem der „Weg zurück“ ein Thema in den Gesprächen und Nachrichten. Der Weg wieder zum Schulunterricht, zum selbstverständlichen Zusammensein mit Familie oder Freunden, zu allem, was Lebensqualität in einer freien Gesellschaft für uns bedeutet.

Aber es scheint so, als wären weder eine umfassende Wegbeschreibung noch die richtige Ausrüstung, im übertragenen Sinne gesprochen: die passenden Schuhe dafür, schon gefunden.

Unser Wunsch nach einer garantierten Sicherheit und unsere Sehnsucht nach dem Leben, wie wir es kennen, wetteifern miteinander.

Das sorgt für Diskussionen und ich finde es gut, weil alle für den Weg in der kommenden Zeit mitverantwortlich sind. Niemand geht allein und nicht jeder „Schuh“ passt für jede Wegstrecke.

In einem Gebet der Bibel lese ich: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ (Psalm 31,9)

Der „weite Raum“, das sind die vielen Möglichkeiten, die schwierige Entscheidungen fordern. In dieser Weite sind Umwege, unverhoffte Veränderungen oder Unsicherheit inbegriffen.

Im Psalm steht alles nah beieinander: Angst, Krankheit und Seufzen genauso wie Freude, Zeit und Hoffnung.

Menschen, die diesen Psalm beten, sagen „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ und meinen, dass Gott und das Vertrauen auf ihn Orientierung und Zuversicht gibt.

Die Suche nach Orientierung finden wir auch in uns, im Austausch mit anderen und bei unserem Blick nach vorne wieder. Die Gleichzeitigkeit der Erfahrungen in einer Gesellschaft, die Sicht auf den Einzelnen und das Bemühen, der Würde aller Menschen gerecht zu werden, bestimmen die Gedanken und Erwartungen.

Wieviel Raum nehmen und geben wir dafür?

Wie weit sind unsere Vorstellungen und wie nah bleiben wir beim Anderen?

Ich wünsche uns innerhalb und außerhalb der Schule gangbare Wege und begleite Euch und Sie gerne dabei.

Bleibt und bleiben Sie behütet und gesund. Bis wir uns wiedersehen.

Eure und Ihre Schulpfarrerin Beate Damm

beate.damm@mail.kreuzgymnasium.de

 

 

Brief der Schulpfarrerin – Was bewegt Euch und Sie in diesen Tagen? – 24.04.2020

 

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern, liebes Kollegium und liebe Mitarbeitende,

Was bewegt Euch und Sie in diesen Tagen?

Mich haben ein Gebet und Blumen am Weg beschäftigt:

Ein Gebet für die, die am meisten gefährdet sind:

Wir, die wir bloße Unannehmlichkeiten haben, denken an die, deren Leben auf dem Spiel steht.

Wir, die wir ohne Risikofaktoren leben, erinnern uns an die, die besonders verletzlich sind.

Wir, die wir den Luxus haben, von zu Hause aus zu arbeiten denken an die, die wählen müssen zwischen der Sorge um ihre Gesundheit und der Möglichkeit, die Miete zu verdienen.

Wir, die wir die für unsere Kinder sorgen können, wenn die Schulen schließen, denken an die, denen dieser Weg nicht offensteht.

Wir, die wir Urlaubsreisen absagen, denken an die, die keinen sicheren Ort haben.

Wir, die wir Gewinne im Tumult der Wirtschaft verlieren, denken an die, denen finanziell das Wasser bis zum Hals steht.

Wir, die wir zu Hause in Quarantäne leben, denken an die, die keine Heimat haben.

Indem Angst unser Land erfasst, lass uns die Liebe wählen in dieser Zeit, in der wir einander nicht umarmen können. Lass uns Wege finden, die liebende Umarmung Gottes zu sein für unsere Nächsten. Amen.

(Cameron Wiggins Belim) / https://www.ekkw.de/aktuell/meldung/aktuell_30383.htm, Aufruf 21.3.20

Das Foto stammt vom Spaziergang am Körnerweg –

Ich staune in jedem Jahr neu über die Schönheit und Vielfalt der Natur, über Blumen und zartes Grün.

Aber dieses Motiv erzählt auch etwas über uns – Die Blumen, die aus der Mauer herauszuwachsen scheinen, haben meine Gedanken inspiriert.

Noch vor wenigen Wochen hätte ich dort nichts wahrgenommen außer dem Stein. Der steinige Grund, felsenfest; eine Mauer wie diese hat nichts Einladendes oder gar Hoffnungsvolles. Eine Mauer aus Steinen weist mich ab. „Komm mir nicht zu nahe…“

Doch dann sind da die Blumen. Sie laden mich ein, stehen zu bleiben und öffnen mir den Zugang dafür, dass das Wachsen und Aufblühen Geduld braucht. Die Blumen sind ein

Zeichen dafür, dass sich etwas verändert. Dass ich mehr wahrnehmen kann als Mauersteine, die mich auf Abstand halten. Die Blumen geben mir und anderen ein Lebenszeichen. „Komm näher, schau hin…“

Beides, der Abstand und die Nähe gehören auch zu uns in diesen Wochen. Wir hoffen, geben nicht auf in einer steinigen Zeit, in der wir auf Gemeinschaft verzichten.

Und es gibt Zeichen der Veränderung und Nähe. Kleine Schritte der Hoffnung wachsen. „Komm mir nicht zu nahe…“„Komm näher, schau hin…“ – das gehört auch zu unseren Beziehungen.

Und es ist genauso wie hier. Es gibt nicht entweder Stein oder Blumen. Das gehört zusammen. Wir leben mit Abstand und (neuer) Nähe, mit steinigen Erfahrungen und lebendig blühenden Erlebnissen.

Eigentlich drückt sich hier etwas aus, was ich mit dem Osterfest verbinde: Das Wunder der Veränderung geschieht in dem und mit dem, was mich umgibt.

Zu Ostern vor fast zwei Wochen haben wir gefeiert, dass sich etwas verwandeln kann. Die Lebendigkeit siegt über alles, was uns Menschen einschränkt.

Von den Ostergeschichten gefällt mir diejenige am besten, die von zwei Menschen erzählt, die auf dem Weg sind. Von den Freunden von Jesus, die noch ganz beschäftigt sind mit den Gedanken an den Tod, an alles, was schlimm ist.

Die Bibel erzählt, dass plötzlich einer mit ihnen geht, zuhört, nachfragt und mit ihnen das Brot teilt.

Und mitten in dem, was sie festhält und was schwer ist, erkennen sie ein Lebenszeichen. Ein Lebenszeichen von Jesus. In der Bibel sind das nicht die Blumen, sondern die Gemeinschaft beim Essen. Das gibt ihnen Hoffnung. Sie gehen weiter und in ihrem Leben hat beides Platz: die Steine und die Lebenszeichen.

Ich wünsche Euch und Ihnen offene Augen auf dem Weg für die kleinen Lebenszeichen der Veränderung.

Wenn ich Euch und Sie dabei begleiten kann, mache ich das gerne. Ich bin erreichbar über die angegebene Mail-Adresse.

Bleibt und bleiben Sie behütet und gesund. Bis wir uns wiedersehen. Ich wünsche Euch und Ihnen eine gute Zeit und allen Abiturient*innen und ihren Familien Kraft für alle Herausforderungen!

Ihre Schulpfarrerin Beate Damm

Der Link zum Video: https://youtu.be/Y5RysKEqxQA

Ich bin gerne für Sie da:

beate.damm@mail.kreuzgymnasium.de

 

 

 

Brief der Schulpfarrerin “ Vom Passions-Gestrüpp zum Osterlicht“ – 08. April 2020

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern, liebes Kollegium und liebe Mitarbeitende,

 

Kennt Ihr und kennen Sie dieses Bild? Und wo ist ein Kreuz zu erkennen?

 

 

Lasst Euch und lassen Sie sich zu einer Andacht in den Raum der Stille des Ev. Kreuzgymnasiums einladen!

 

Der Link zum Video:

https://youtu.be/qwKE9jlZ7M8

Bleibt Ihr und bleiben Sie in der kommenden Zeit gesund und behütet.

Ich wünsche Euch und Ihnen eine gesegnete Karwoche und ein frohes Osterfest!

 

Herzliche Grüße von Beate Damm

 

Ich bin gerne für Sie da:

beate.damm@mail.kreuzgymnasium.de

 

Brief der Schulpfarrerin – Stufen (02. April 2020)

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern, liebes Kollegium und liebe Mitarbeitende,

„Rauf oder Runter“ – Das ist die Frage. Sie bezieht sich auch auf die herbeigesehnte Trendwende bei den Infizierten und Genesenden in diesen Wochen.

Wir erleben es „Rauf und Runter“ hängt zusammen. Die gestiegenen Zahlen haben die eigenen Lebensfreiheiten herabgesetzt, vermindert. Freiheiten,  auf die wir für die Gemeinschaft verzichten.

Und hinter den Zahlen stehen Menschen. Es ist keine abstrakte Zahl um die es da geht, sondern es sind Familien, Kinder, Frauen und Männer und ihre Geschichten.

Wir überlegen beim Nachrichtenhören, wann das Leben wieder in die „alten“ Bahnen kommen wird.

Ein wenig ahnen wir, dass es neue, zumindest andere Bahnen sein könnten. Unsere Sehnsucht nach der Normalität, die wir aus heutiger Sicht vielleicht viel höher schätzen als noch vor 2 Monaten, denkt in den inneren Fragen voraus.

Das Bild dieser Treppe, fotografiert in der Abendsonne schaue ich mir immer wieder an. Auf den ersten Blick ist keine klare Richtung zu sehen. Wo geht es nach oben und wo geht es nach unten? Bleiben die Stufen auf dem, noch nicht sichtbaren Teil der Treppe so flach und damit gut zu überwinden? Wohin führt eigentlich dieser Weg?

Die Treppen-Fragen lassen sich auf unsere Situation übertragen. Die Anstrengungen, die wir als Gemeinschaft brauchen, gleichen diesen flachen Stufen. Die Kurve, die Gefahr, soll flach gehalten werden, damit alle, die es brauchen, gut behandelt werden können.

Aber auch denen, die gesund sind, erzählen die Stufen etwas.

Die Treppe ist nicht komplett sichtbar. Wir wissen nicht, wie viele Stufen das sind. Wir müssen es aushalten, dass wir nicht den ganzen Weg übersehen können und wie es aussieht am unteren oder oberen Rand der Treppe.

Die Treppe auf dem Bild ist leer. Aber wir brauchen nicht alleine über die Stufen der kommenden Wochen zu gehen. Es ist ein Miteinander in der Weltgemeinschaft, das nicht nur Möglichkeiten sondern auch Leid teilt.

Das Miteinander zeigt sich auch als gegenseitige Ermutigung und Hilfe, im Kleinen mit Anrufen und Einkäufen. Im Großen mit der Aufnahme von Kranken aus anderen Ländern.

Auf dem Treppenfoto ist ein Ring zu sehen zum Anlegen und Festmachen. Menschen, die glauben, halten sich daran fest, dass sie ihre Wege nicht allein gehen. Im Psalm 139 sagt es ein Mensch ganz zuversichtlich: „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“

Übersetzt heißt das, Du, Gott bist immer da. Du siehst (alle) unsere Seiten. Das bedeutet, dass auch unsere Fragen und Ungeduld, die sehr verschiedenen Möglichkeiten und Fähigkeiten, diese Anstrengungsstufen zu nehmen und mit einer Veränderung umzugehen, gemeint sind.

Das betrifft auch die Überforderung zu Hause. Unser Vertrauen und Schwierigkeiten bei der Zuversicht. Zu uns gehört aber auch die Dankbarkeit, dass wir miteinander im Kontakt bleiben können. Mit Aufgaben, mit Nachrichten unter Freunden, mit Bildern, die unser Leben teilen und mit Geschichten, die wir uns erzählen sollten, wenn wir uns wieder sehen.

„Rauf oder Runter“ – Diese Treppe kennen Sie und kennt Ihr vermutlich alle. Sie führt in Pillnitz hinunter zur Elbe. Sie war, bei den schlimmen Hochwassern auch schon überschwemmt. Damals konnte niemand sehen, wo genau der richtige Weg verläuft.  Die Lage musste sich erst wieder beruhigen und die Gefahr zurückgehen.

Ich wünsche uns, dass wir geduldig bleiben und gesund und behütet über die Stufen gehen, die vor uns liegen.

 

Bleiben Sie/ bleibt Ihr gesund und behütet und seid herzlich gegrüßt von Beate Damm

 

Für den Wunsch nach einem Gespräch per Mail bin ich gerne für Sie da:

beate.damm@mail.kreuzgymnasium.de

 

Link zum Video:

 

https://youtu.be/AkabQMcT318

 

 

Brief der Schulpfarrerin Beate Damm – Der langsame Engel (26.03.2020)

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern, liebes Kollegium und liebe Mitarbeitende,

Wieder eine Woche mit Schule von zu Hause für zu Hause. Wieder eine Woche, in der Arbeit und Schule im Wohnzimmer, in der Küche oder zumindest unter sehr veränderten Bedingungen ablaufen. Inzwischen sind nicht „nur“ die Schulen geschlossen. Das öffentliche Leben einer Gesellschaft ruht.

 

Die veränderten äußeren Bedingungen verändern uns auch innerlich. Wir können ja nur mit der Situation leben und nicht gegen sie. Das ist eine Chance, um nicht alles auf einmal zu denken, zu planen und zu befürchten. Wir nehmen den neuen Rhythmus an und ernst, weil es not-wendend ist.

 

Mit Zeilen von Gerhard Schöne, die eine liebe Kollegin mir im vergangenen Dezember ins Lehrerzimmer-Fach legte, lade ich Sie  und Euch ein, sich selbst darin oder den Wunsch nach einer neuen Perspektive zu entdecken.

 

Liebe Schulgemeinschaft,

dieser langsame Engel ist der Gegenentwurf zu „schneller, höher, weiter“.

Bei diesem Motto denken wir vielleicht zuerst an die, verschobenen, Olympischen Spiele. Aber steckt nicht auch in jeder/m von uns so ein Olympionik, mit Sorge den Anschluss zu verpassen oder den Wettbewerb nicht zu bestehen, nicht gut genug ausgerüstet zu sein?

 

Über den Satz, dass der langsame Engel den Eiligen die Uhren verstellen möchte, habe ich lange nachgedacht. Vielleicht weil ich mich ertappt gefühlt habe.

Beim hindenken zu der Zeit nach dieser Zeit, wenn nicht nur abends 19 Uhr auf dem Balkon Menschen aus allen Teilen Deutschlands „Der Mond ist aufgegangen“ singen oder am Sonntag musizieren. Dahin, wenn Schule und Gottesdienste und Feiern und Konzerte und Schwimmbäder wieder zum Leben dazugehören. Wenn Menschen aller Altersgruppen sich versammeln und daran erinnern, dass wir uns um die Zukunft unserer Erde kümmern müssen, nicht nur, wenn uns eine Gefahr selbst und heute betrifft.

 

Aber wir leben jetzt und müssen nicht nur, sondern dürfen auch einen Gang zurückschalten und langsamer werden.

Vielleicht hilft uns das beim Kräfte mobilisieren zu Hause, wo wir bleiben sollen, aber manchmal überfordert sind, weil Eltern und Kinder sich gestresst fühlen.

Vielleicht hilft es uns bei den Bildern, Zahlen und Befürchtungen besonnen zu bleiben und mit dankbaren, stärkenden, also liebevollen Gedanken zu Menschen hinzudenken.

 

Und zwar nicht nur zu unserem Familien- Freundes- und Bekanntenkreis, sondern zu denen, die sich dieser Herausforderung in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen stellen müssen. Zu allen, die trotzdem arbeiten und helfen, dass nicht zusammenbricht, was die Grundlage des täglichen Lebens ist.

Diese Menschen dürfen gerade nicht langsamer sein als sonst.

 

Aber nehmen wir, wenn unser Handeln eingeschränkt ist, diese Menschen in unser Gebet und in unser Denken. Hoffen wir, nicht nur für uns und unser Land. Stärken wir uns durch Anrufe und Nachrichten und haben wir Geduld mit uns und anderen.

 

Ich möchte Ihnen ein Wort aus der Bibel weitergeben, das in dieser Situation gut zu gebrauchen ist: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ (2.Tim1,7)

 

All das wünsche ich Ihnen und Euch. Bleiben Sie und bleibt Ihr behütet.

Pfarrerin Beate Damm

Sie erreichen mich:

beate.damm@mail.kreuzgymnasium.de

Und hier der Beitrag auch als Video: https://youtu.be/EKS-G2ffpWY

19.03.2020

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern, liebes Kollegium und liebe Mitarbeitende,

 

Am Morgen ist es in diesen Tagen sehr still. Wie in den Ferien, aber ganz anders. Die Familien müssen den Alltag neu sortieren und Lehrende und Lernende probieren aus, wie „Schule zu Hause“ gelingt. Wir fragen: Was wird kommen? Reicht es aus, nicht zur Schule zu gehen? Und vor allem, wie lange geht das jetzt so? Wie können wir uns in dieser Situation eine Portion Hoffnung bewahren, die trotzdem die Wirklichkeit nicht ausblendet und verantwortlich mit Anderen umgeht?

 

In jedem Jahr vor Ostern gibt es in der Evangelischen Kirche in Deutschland eine Aktion: „7 Wochen ohne“. In diesem Jahr heißt sie „Zuversicht! 7 Wochen ohne Pessimismus“. Ich gebe zu, das klingt angesichts der Nachrichten eigenartig… aber in meinem Leben und vielleicht auch bei Ihnen und Euch haben Zutrauen zu den Menschen und zu Gott durch schwierige Zeiten hindurchgeholfen. Zuversicht entsteht aus dem Vertrauen, dass ein Mensch von Gott und seinen Mitmenschen gesehen und geliebt ist. Wenn wir in einer solchen (über)fordernden Zeit uns ein wenig davon abschauen, Andere zu sehen und ein verantwortungsvolles Miteinander zu  wagen, ist viel gewonnen. Und wenn wir über unsere Landesgrenzen hinaussehen, zu den Orten, die plötzlich ganz aus den Nachrichten verschwunden sind ohne das die Probleme gelöst wären, dann hilft uns das vielleicht zur Einordnung der Ereignisse.

Zuversicht heißt nicht, sich etwas schön zu reden oder sorglos zu sein.

Zuversicht nimmt die Tage und Dinge, wie sie sind. Zuversicht ist eine Haltung, die Hoffnung und Mitgefühl  in sich trägt. Ein zuversichtlicher Blick auf das, was uns umgibt hilft,

 

um dankbar wahrzunehmen, dass und wie viele Menschen Verantwortung übernehmen, helfen, heilen, organisieren

um Menschen zu sehen, die lieber nicht rausgehen sollten und ihnen Hilfe anzubieten

um miteinander telefonisch oder digital im Kontakt zu bleiben (tolle Idee von der SV – Danke!)

 

Sie sind und Ihr seid herzlich eingeladen, in den bestehenden Möglichkeiten im Kontakt zu bleiben, um über das zu reden, was auf dem Herzen liegt. Gerne auch über meine Mail-Adresse, ich schreibe zurück oder rufe Sie/ Euch an: beate.damm@mail.kreuzgymnasium.de

 

Eine gute Freundin schrieb mir Sätze, von denen die ich Ihnen und Euch einige gerne weitergeben möchte:

Nicht alles ist abgesagt… Sonne ist nicht abgesagt, Frühling ist nicht abgesagt,
Aneinander denken ist nicht abgesagt, Lesen ist nicht abgesagt
Zuwendung ist nicht abgesagt, Singen ist nicht abgesagt, Phantasie ist nicht abgesagt
Freundlichkeit ist nicht abgesagt, Gespräche sind nicht abgesagt
Hoffen ist nicht abgesagt, Beten ist nicht abgesagt

Bleiben Sie gesund, behütet und herzlich gegrüßt von Beate Damm

 

Beate Damm

Schulpfarrerin

Evangelisches Kreuzgymnasium

Dornblüthstraße 4

01277 Dresden

 

beate.damm@mail.kreuzgymnasium.de

robertrothmann

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