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Evangelisches Kreuzgymnasium

Allgemein

Besuch aus den USA am Evangelischen Kreuzgymnasium

12.11.2018

 

16 Vertreter des NABOR (North American Board of Rabbis), der größten Rabbiner-Organisation in den USA, haben am 7. November 2018 das Evangelische Kreuzgymnasium in Dresden besucht, um sich dort mit Schülern und Schülerinnen des Gymnasiums zu treffen und – 80 Jahre nach den antisemitischen Pogromen im Nazi-Deutschland – mit ihnen über die jeweilige Einstellung zur Geschichte der Juden in Deutschland und über aktuelle Probleme, insbesondere Gewalt und Rassismus, zu diskutieren.

Eingeleitet mit der vom Kreuzchor unter der Leitung des Kantors Roderich Kreile gesungenen Motette Herr Gott, du bist unsre Zuflucht für und für von Felix Mendelssohn Bartholdy und einer Begrüßung der Besucher durch den Schulleiter Jörg Wetzel bestand der erste Teil der Begegnung aus den Statements einiger Gäste. Immer wieder wurde die zum Teil aus der Familiengeschichte resultierende besondere Beziehung zu Deutschland angesprochen und der Hoffnung auf interreligiöse Verständigung Ausdruck verliehen, damit sich Verbrechen wie der Holocaust nie mehr wiederholen. Die folgenden Stellungnahmen einiger Schüler der Klassen 9 bis 12 boten den Gästen einen Überblick über an der Kreuzschule und in Dresden allgemein existierende Formen der Auseinandersetzung insbesondere mit den dunkelsten Kapiteln des Lebens der Juden in Deutschland. Danach gab es für die Schüler und Schülerinnen die Gelegenheit, den Gästen Fragen zu stellen. In diesen ging es im Wesentlichen darum, wie die Gäste das christlich-jüdische Verhältnis beurteilen und wie sie das heutige Deutschland sehen. Mehrfach betonten die Schüler hierbei, dass sie sich nicht schuldig für das fühlten, was den Juden während des Nazi-Regimes angetan worden war, dass sie sich aber verantwortlich dafür fühlten, dass es nie wieder zu rassistisch und religiös motivierten Gewalttaten kommt. Die Gäste bestärkten sie in dieser Haltung und unterstrichen ihre Hoffnung, dass die Jugend es schaffen werde, den Frieden in der Welt zu stärken. Auch Fragen zu jüdischen Schulen in den USA beantworteten die NABOR-Vertreter, die aus Städten aus ganz unterschiedlichen Regionen der USA kamen. Sie zeigten sich im Übrigen beeindruckt nicht nur vom Englisch der Fragenden, sondern auch vom Respekt, mit dem die Kreuzschüler und –schülerinnen ihnen gegenüber getreten seien.

Zum Ausklang sang zuerst Kantor Shermann einen Segen und dann wieder der Kreuzchor (Andreas Hammerschmidt Schaffe in mir, Gott, ein reines Herze), und hätten die Gäste nicht recht schnell in ihren Bus steigen müssen, um den Sächsischen Landtag anzusteuern, hätten die sich anschließenden persönlichen Gespräche zwischen ihnen und einigen Schülern sicher noch lange gedauert.

Diese 90 Minuten haben die Schüler und Schülerinnen und sicher auch die Lehrer berührt und werden Frucht tragen, was gerade in Dresden so bitter nötig ist.

 

8.11.2018                                                                                            Christoph Lüders

robertrothmann

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